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Die Industrieproduktion ist nun in allen Weltregionen rückläufig, insbesondere in Europa und Asien

hpo Konjunkturkommentar 4. Quartal 2019

Industrieproduktion und Konsum werden 2020 in allen Weltregionen an Dynamik verlieren.

Der bereits in den letzten Quartalen festgestellte Rückgang der Industrieproduktion in Europa und Asien hat sich im Q3 2019 unvermindert fortgesetzt. Die sehr starken Einbrüche der Auftragseingänge im Q3 in den einzelnen Branchen lassen auch für die kommenden Monate keine Erholung erwarten. Die Daten zeigen, wie von hpo forecasting prognostiziert, auch bei der Industrieproduktion in den USA eine leichte Abwärtstendenz, wobei hier das Niveau und somit auch die Fallhöhe immer noch sehr hoch sind. Der Rückgang wird sich gemäss unserer Prognoseberechnung weiter verstärken und etwa bis 2021 fortsetzen.


Der Konsumzyklus zeigt in Europa und den USA auf der einen Seite und in Asien auf der anderen Seite ein sehr unterschiedliches Bild. Während der Konsum im Westen immer noch sehr stark ist, scheint sich im Osten die für asiatische Verhältnisse tiefe Dynamik langsam der Talsohle zu nähern. Der Tiefpunkt dürfte bereits im Verlauf des nächsten Jahres erreicht werden. Im Westen hingegen werden die Konsum-Wachstumsraten nun über längere Zeit abnehmen.


Der Abwärtstrend des Stimmungsindikators Business Confidence Index (BCI) der OECD hielt in allen drei  grossen Wirtschaftsregionen auch im dritten Quartal an. Alle Regionen sind nun klar im kontraktiven Bereich.  Der BCI ist empirisch gesehen ein zuverlässiger Indikator für die kurzfristige Nachfrage nach Investitionsgütern und weist zudem in den kommenden Monaten auf einen weiter sinkenden Auftragseingang in vielen Branchen hin.


Die Automobilindustrie ist von zentraler Bedeutung für die weltweite Industrieproduktion. Insbesondere seit 2008 liess sich beobachten, dass die globale Automobilindustrie von den stark wachsenden Automobilverkäufen in China profitierte. Während die Automärkte in den USA, Europa und Japan schon lange gesättigt sind (vgl. Grafik).


2018 war das erste Jahr seit dem wirtschaftlichen Aufstieg Chinas, in welchem dort der Autoabsatz zurückging. Der Rückgang setzte sich 2019 fort. Unsere Analysen lassen uns zu dem Schluss kommen, dass China nun für mehrere Jahre als Wachstumstreiber in diesem Markt nicht mehr in Frage kommt. Unter Berücksichtigung des Wohlstandsniveaus und der Bevölkerungsgrösse scheint der Markt wie in den anderen grossen Absatzmärkten seine Sättigung erreicht zu haben.


Unsere Branchenprognosen für die USA, Europa und China zeigen für 2020 durchgängig einen weiteren Rückgang des Fahrzeugabsatzes an, der sich gegenüber 2019 eher noch verstärken dürfte.

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